Letzte Änderung dieses Dokuments: 06.04.2008, 11:34:00. Kompromittierung unvermeidbar?
Verbreitungswege von Viren, Würmern, Dialern & Co und wie man sich dagegen schützen kann.
Inhalt
1. Einleitung
2. Verbreitungswege von Schädlingen
3. Schutzmöglichkeiten
4. Fazit
5. Nachschlag
6. Anhang A: Sicherheit in Programmen
7. Anhang B: Authentizität von Programmen sicherstellen
8. Anhang C: Weitere Informationen, Anleitungen, Hilfestellungen
1. Einleitung
1.1. Motivation
Es scheint mittlerweile einen weit verbreiteten Irrglauben unter
den normalen Heimanwendern zu geben, der auch teilweise von den Medien
durch unkritische Berichterstattung geschürt wird.
Nämlich, dass Schadprogramme aller Art (Viren, Würmer, Dialer etc.) sich
"einfach so" im Internet verbreiten und man sie sich einfach so "einfängt".
Dass gelegentliche Infektionen mit Viren und Würmern eben zum Internet
dazu gehören und man sie, gleichsam wie Naturkatastrophen, eben hinnehmen
muss, weil es keinen effektiven Schutz gibt. Ab und an wird noch propagiert,
dass Virenscanner oder sogenannte Personal-Firewalls ein zuverlässiger
Schutz seien.
Ich bin der Auffassung, dass dies alles falsch ist!
Auf dieser Seite werde ich meine Gründe für diese Auffassung darlegen
und lade jeden herzlich ein, sie einer kritischen Analyse zu unterziehen.
Ich bin gerne bereit, Kritik und Verbesserungsvorschläge
entgegen zu nehmen.
1.2. Begrifflichkeiten
Es gibt verschiedene Arten von Schadprogrammen. Zu nennen wären hier:
Viren,
Würmer,
Trojanische Pferde,
Dialer
und sonstige
Malware.
Über die jeweiligen exakten Definitionen und Einteilungskriterien wird auch
unter Experten gerne mal gestritten, zumal die Grenzen zwischen den einzelnen
Schädlingskategorien immer mehr verwischen.
Ich möchte im folgenden alle verschiedenen Schadprogramme wie Viren, Würmer,
Dialer und Trojanische Pferde unter dem Oberbegriff "Schädlinge"
zusammenfassen. Für das, worum es hier geht, braucht man sie eigentlich nicht
so exakt zu unterscheiden.
1.3. Voraussetzungen und Hilfestellung
Ich versuche, möglichst wenig Wissen über Computer vorauszusetzen. Mein
Ziel ist es, dass wirklich jeder verstehen kann, was ich schreibe. Auch mir
passiert es allerdings manchmal, dass mir eine technische Formulierung oder
ein Fachbegriff herausrutscht, ohne dass ich es so recht merke. Wenn Sie
also eine Verständnisfrage zu meinem Text haben, zögern Sie bitte keinesfalls,
mir eine E-Mail zu schreiben.
Außerdem will ich den Text möglichst kurz halten, damit er auch wirklich
gelesen und nicht einfach weggeklickt wird. Das ist natürlich ein
latenter Widerspruch dazu, alles schön ausführlich zu erklären, damit alle
es verstehen können.
Bitte, bleiben Sie wenigstens bis zum "Fazit" dabei (ungefähr in der Mitte
des Artikels)! Es lohnt sich!
Im Anschluss an den Text mit der eigentlichen Argumentation und dem Fazit
folgen dann nur der Nachschlag mit oft gebrauchten Gegenargumenten und
noch weitere Informationen, Quellen, zusätzliche Tipps und Erklärungen.
Die müssen Sie nicht unbedingt komplett durchlesen (obwohl ich es natürlich
empfehle), dort reicht es, wenn Sie konkret nachschlagen, was Sie wissen
wollen.
Dort, wo ich im Text auf diese Quellen Bezug nehme, setze ich folgendes
Symbol ein:
.
Ein Klick darauf wird Sie direkt zum entsprechenden Abschnitt befördern.
2. Verbreitungswege von Schädlingen
2.1. Wie kommen die Viecher überhaupt auf meinen Rechner?
Von draußen. Per E-Mail, von Seiten im Internet, auf CDs, DVDs oder
Disketten, über eine aktive Modem- oder ISDN-Verbindung oder durch das
Netzwerkkabel.
Alles, was Daten transportieren kann, kann auch einen Schädling
transportieren.
Dass die Schädlinge kommen, können Sie wirklich nicht verhindern. Es
sei denn, Sie wären bereit, auf jede Form des Datenaustauschs
mit anderen Systemen zu verzichten. Was Sie aber verhindern können,
ist, dass der Schädling Ihr System auch befällt.
Unsere erste Erkenntnis ist also:
Schädlinge kommen über alles, womit man Daten austauschen kann!
2.2. Was muss der Schädling machen?
Alle oben genannten Schädlinge sind Programme. Programme müssen ausgeführt
werden, wenn sie funktionieren sollen. Ein Computerprogramm ist im Grunde
genommen nur so etwas wie ein Kochrezept - eine Reihe von Handlungsanweisungen
an den Computer, bei deren schrittweiser Abarbeitung etwas mehr oder weniger
Sinnvolles passiert. Wird nichts ausgeführt, passiert auch nichts.
Ein Schädling, der einfach nur auf der Festplatte herumliegt, ist also
an sich erstmal harmlos. Das kann man gut verstehen, wenn man sich nochmal
des Vergleiches mit dem Kochrezept bedient. Stellen Sie sich mal vor,
sie würden einen Zettel mit folgenden Anweisungen finden:
1. Kaufen Sie sich eine Fertigsuppe
2. Kaufen Sie sich Rattengift
3. Bereiten Sie die Suppe nach Anleitung zu
4. Rühren Sie das Rattengift darunter
5. Essen Sie das Ganze auf
Dann kann Ihnen natürlich überhaupt nichts passieren, solange sie
die Anweisungen auf dem Zettel nicht ausführen. Davon, dass der Zettel
einfach nur auf Ihrem Küchentisch herum liegt, entsteht Ihnen keinerlei
Schaden. Erst, wenn Sie die Anweisungen alle durchführen, haben Sie ein
Problem.
Das führt uns zu einer wichtigen Erkenntnis:
Ein Schädling muss ausgeführt werden, um Schaden anrichten zu können!
2.3. Wie erreicht der Schädling das?
Natürlich würde kaum je einer auf die Idee kommen, die Anweisungen
eines solchen Zettels einfach so zu befolgen. Ebenso würde niemand bewusst
einen Schädling ausführen.
Der Schädling muss also irgendeine Form von Schwachstelle im System
finden oder einen Trick anwenden. Etwas, das er ausnutzen kann, um
ausgeführt zu werden, obwohl der Benutzer das eigentlich gar nicht will.
Somit können wir festhalten:
Schädlinge benutzen Schwachstellen, um unbemerkt zur Ausführung zu kommen!
2.4. Und welche Schwachstellen gibt es?
Die allergrößte Schwachstelle sitzt vor der Tastatur!
Ein Großteil jener weit verbreiteten Schädlinge, die es teilweise
sogar bis in die Tagesnachrichten schaffen, sind eigentlich (vom
technischen Standpunkt aus betrachtet) unheimlich primitiv.
Sie benutzen keine augeklügelten, komplizierten Verfahren, um das
System zu übertölpeln, sondern wenden sich einfach direkt an den Benutzer.
Sie kommen in Form einer E-Mail oder Webseite herein und da steht dann
natürlich nicht "Hallo, ich bin gefährlicher Virus oder ein fieser
Dialer, bitte starte mich!".
Statt dessen steht dort irgendetwas, das den Empfänger dazu verleiten
soll, auf den Schädling zu klicken. Angebliche Strafanzeigen, Beleidigungen,
Gewinne, leicht verdientes Geld, Nacktbilder von hübschen Frauen.
So gut wie alles, womit man das Gehirn eines Menschen zuverlässig
ausschalten kann, muss dafür herhalten. Der Empfänger wird getäuscht, klickt
auf den Anhang und führt diesen aus. Und der Schlamassel ist da.
Kein Browser oder E-Mail-Programm ist werksseitig so eingestellt,
dass Programme aus dem Internet ohne Nachfrage ausführt werden.
(Allerdings gibt es gerade bei älteren Versionen von Internet Explorer
und Outlook Express diverse Fehler, mit denen die Schädlinge diese
Einstellung umgehen können - dazu später mehr.)
Wer also einen Dialer installiert hat, hat entweder die Installation
direkt genehmigt oder seinem Browser die Erlaubnis erteilt, Dinge
immer automatisch installieren zu dürfen.
Solche Schädlinge verbreiten sich also durch aktive
Mithilfe Ihrer Opfer!
Wir erkennen also:
Der Benutzer selbst ist eine Sicherheitsschwachstelle!
Eine harte Wahrheit, die manchen vor den Kopf stoßen mag, aber
es ist besser, sich ihr zu stellen.
2.5. Gibt es weitere Schwachstellen?
Ja!
Alle Programme (auch "Software" genannt) werden von Menschen
geschrieben und Menschen machen nun mal Fehler. Also sind auch
Programme mal fehlerhaft. Manche der Fehler in Programmen erlauben
es einem Angreifer (z.B. einem Schädling), durch geschickte Manipulation
das fehlerhafte Programm so aus dem Tritt zu bringen, dass es den
Programmcode des Schädlings für seinen eigenen hält und ihn ausführt.
So wird ein Programm gestartet, das der Benutzer eigentlich gar nicht
starten wollte.
Ein Beispiel für einen Schädling, der eine solche Schwachstelle
ausnutzt und zu trauriger Berühmtheit gekommen ist, ist der
Blaster-Wurm (auch Lovesan genannt). Er hat einen Fehler im
sogenannten "RPC-Dienst"
von Windows ausgenutzt, um seinen Programmcode einzuschleusen
und auszuführen. Auch Sasser war so ein Fall.
Einige der momentan grassierenden E-Mail-Würmer nutzen teilweise
uralte Fehler in dem Programm "Outlook Express" aus, um sich
zu verbreiten.
Also müssen wir auch konstatieren:
Fehlerhafte Software kann als Einfallstor für Schädlinge dienen!
2.6. Das war alles etwas kompliziert, geht es auch einfacher?
Der Sachverhalt ist nicht ganz trivial. Fassen wir erst einmal unsere
bisherigen Erkenntnisse zusammen:
- Schädlinge müssen ausgeführt werden
- Dazu müssen sie eine Schwachstelle finden
- Das kann entweder der Benutzer selbst oder ein Fehler in einem
Programm sein, welches auf dem System läuft
Ich will mal versuchen, es mit einer kleinen Grafik zu
veranschaulichen:
Bereits hier erkennen wir ganz klar die Kernthese meines Textes:
Infektionen sind nicht unvermeidbar! Es gibt einen Pfad
durch das Diagramm, bei dem man sich nicht infiziert!
Wenn ein Schädling keine fehlerhaften Programme vorfindet und der
Benutzer sich nicht täuschen lässt, ist eine Infektion ausgeschlossen.
3. Schutzmöglichkeiten
3.1. Wie kann ich mich schützen?
Ein berechtigte Frage. Als allererstes sollten Sie die von Ihnen
verwendete Software, insbesondere Browser und E-Mail-Client, so
einstellen, dass sie keine Inhalte von selbst ausführen, sondern
immer vorher um Erlaubnis fragen. Nur dann können Sie überhaupt selbst
entscheiden, was sie ausführen und was nicht.
Programme so einstellen, dass fremde Inhalte nicht automatisch
ausgeführt werden!
Anleitungen und Hilfestellung zum korrekten Einstellen der verschiedenen
Programme findet man z.B. auf den Webseiten des Herstellers, im Handbuch,
per Google und im Anhang.
3.2. Und dann werde ich gefragt?
Ja! Bei Schädlingen, die nicht irgendeinen Programmfehler ausnutzen
können, muss der Browser dann nachfragen, ob das Ding wirklich installiert
werden soll.
Viele Leute, die dank eines Dialers eine erhöhte
Telefonrechnung haben, wurden vorher von ihrem Browser gefragt, ob sie den
haben wollten. Nur haben sie meist die Frage nicht richtig gelesen und "einfach
weggeklickt". Also bitte, besonders bei allem, was mit dem Internet zu
tun hat:
Fragen und Hinweismeldungen sorgfältig lesen und die Antwort überdenken!
3.3. Was noch?
Nun haben wir dafür gesorgt, dass nichts von selbst ausgeführt
wird - es sei denn, durch einen Programmfehler, aber um die kümmern wir uns
später. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass der Benutzer (also Sie selbst)
nichts Gefährliches ausführt.
Dazu müssen Sie zunächst einmal erkennen, dass
Sie keinem Inhalt aus dem Netz einfach so vertrauen dürfen. Wenn Sie Inhalte
aus dem Netz auf ihren Rechner transferieren und ausführen, dann sollten
Sie sicher sein, dass sie ihnen vertrauen können.
Woher wollen Sie z.B. wissen, ob die E-Mail mit dem
Anhang wirklich von Ihrem besten Freund stammt? Weil seine Adresse
als Absender eingetragen ist? Diese Angabe kann man fälschen! Und
selbst wenn die E-Mail tatsächlich auf dem Rechner Ihres Freundes
entstand, wer sagt Ihnen, dass wirklich er sie geschrieben
hat? Vielleicht ist er ja auch schon infiziert und der Schädling hat
die E-Mail automatisch erzeugt und verschickt, um sich zu verbreiten,
was ja sein Hauptzweck ist.
Würden Sie einem wildfremden und völlig unbekannten Menschen Ihre
Autoschlüssel geben, nur weil der Betreffende vielleicht so ein nettes
Gesicht hat, eine rührselig klingende Geschichte erzählt oder behauptet, Ihr
bester Freund hätte ihn geschickt?
Genau wie im echten Leben die Bösen nicht immer an den schwarzen
Hüten zu erkennen sind (im Gegensatz zu manchem klassischen Western-Film),
kann auch der erste Eindruck von Inhalten aus dem Internet täuschen.
In der Fernsehserie "Akte X" gibt es einen netten Spruch:
Vertrauen Sie niemandem! Das wäre auch im Umgang mit den
Inhalten des Internets eine brauchbare Maxime.
Wenn Sie also keine nicht vertrauenswürdigen Programme starten,
haben Sie einen Großteil der Bedrohungen aus dem Netz schonmal elimiert.
Keine nicht vertrauenswürdigen Inhalte ausführen!
3.4. Wie erkenne ich denn aber vertrauenswürdige Inhalte?
Gute Frage. Leider gibt es keine einfache Antwort. Bei E-Mail-Anhängen
hat sich folgendes bewährt: Jeder Anhang, der nicht vorher angekündigt
bzw. abgesprochen wurde, ist nicht vertrauenswürdig. Bekommen Sie
von einem Bekannten einen Anhang, bei dem Sie unsicher sind, dann
fragen Sie einfach nach!
Für heruntergeladene Programme gilt: Prüfsummen oder digitale
Signaturen sind das Beste. Natürlich müssen Sie sicherstellen, dass
die Prüfsumme oder Signatur selbst nicht auch manipuliert wurde,
beispielsweise, indem Sie Programm und Signatur von unterschiedlichen
Servern (Mirrors, "Spiegel") herunterladen.
Als Faustregel könnte man formulieren: Vergessen Sie, was Ihnen
versprochen wird und blenden Sie alle "Klick-mich-an-Reize" bewusst
aus. Lassen Sie sich nicht hetzen und nehmen Sie sich Zeit.
Fragen Sie sich dann, ob Sie es mit einem renommierten, seriösen
Anbieter zu tun haben, der durch die Verbreitung gefährlicher Inhalte
gewiss keinen Imageschaden erleiden will. Kennen Sie die Personen, die
dahinter stehen und würden Sie denen vertrauen? Fragen Sie sich auch,
ob die Software, das, was sie verspricht, überhaupt halten kann
und ob Sie so etwas wirklich brauchen. Im Zweifel lassen Sie lieber
die Finger davon oder fragen Sie Experten um Rat.
Oh, und lassen Sie sich auch nicht von der Aufmachung der Webseite
oder E-Mail täuschen! Ein Schädlingsautor, der sich Mühe gibt, kann
auch eine professionell wirkende Webseite erstellen, während umgekehrt
eine ehrliche kleine Software-Schmiede das Geld vielleicht lieber in die
Weiterentwicklung ihrer Produkte anstatt in eine super-bunte Homepage
steckt. Auch Trickbetrüger tragen Anzüge!
Nüchtern und sachlich den Wert und die Vertrauenswürdigkeit abschätzen!
3.5. Und was ist mit den Softwarefehlern?
Das ist nicht ganz so einfach, aber auch hier gibt es brauchbare
Möglichkeiten. Im Prinzip sind es nur drei wesentliche Elemente.
3.5.1. Ducken
Zunächst gestalten wir die Angriffsfläche so klein wie möglich.
Jede Software, die wir gar nicht erst installieren bzw. laufen lassen, kann
uns mit ihren Fehlern auch keinen Ärger machen. Dazu gehört insbesondere,
dass man keine unnötigen
Dienste nach außen anbietet.
Ein normaler Heim-PC, der zum Surfen, E-Mail- und Briefeschreiben
dient, braucht eigentlich gar keine externen Dienste anzubieten. Leider
bringen Betriebsysteme wie Windows eine Reihe von solchen externen
Diensten von Haus aus mit. Wie man sie abstellt bzw. in interne oder
lokale Dienste verwandelt, kann man im
Linkblock der dcs.* Gruppen nachlesen. Dort ist alles ausführlich
erklärt und im Anhang dieses Textes finden Sie auch einiges dazu.
Nur Programme einsetzen, die man wirklich braucht!
3.5.2. Flicken
Bei der Software, die dann noch übrig ist und auf die wir nicht
verzichten können oder wollen, müssen wir eben dafür sorgen, dass sie
keine Fehler aufweist. Wenn ein Hersteller von Software etwas taugt,
dann wird er bei sicherheitskritischen Fehlern in seinem Programm kostenlos
einen Patch
herausgeben, der diesen Fehler behebt.
Wenn er das Problem nicht sofort beheben kann, weil es vielleicht ein
komplizierter Fehler ist, sollte er als Übergangslösung einen oder mehrere
Workarounds nennen.
Oder wenigstens die Schwachstelle selbst veröffentlichen,
damit man als Nutzer selber entscheiden kann, ob man das Programm bis
zur Behebung des Fehlers weiter benutzen möchte.
Natürlich findet niemand immer alle Fehler sofort, also kann es
gut sein, dass im Laufe der Nutzungsdauer des Programms noch
weitere Fehler gefunden und (hoffentlich) behoben werden. Sie müssen
also regelmäßig nachsehen, ob neue Fehler entdeckt wurden.
Vernüftige Anbieter bieten Ihnen vielleicht die Möglichkeit an, Sie
über Newsletter automatisch von neuen Fehlern und Patches in Kenntnis zu
setzen.
Manche verschweigen so etwas aber auch lieber. Sie sollten die Programme,
die Sie kaufen, auch danach auswählen, wie der Hersteller mit seinen eigenen
Fehlern umgeht. Zu glauben, es gäbe keine Fehler, weil der Hersteller
keine nennt, wäre etwas naiv.
Wir müssen also:
Benutzte Software regelmäßig warten!
Besonderes Augenmerk gilt es auf alle Programme zu richten, die
fremde Daten verarbeiten. Webseiten und E-Mails sind z.B. fremde
Daten, aber auch ein Word-Dokument, das einem vom Kollegen zugeschickt
wird. Alles, was Sie nicht selbst erstellt haben, kann als Container
für einen Schädling dienen.
Mindestens ein Mal die Woche sollten Sie dies auf jeden Fall
machen, besser öfter! Regelmäßige Wartung der benutzten Software
mit Ausbessern aller eventuellen neuen Fehler ist wichtig! Bei einem Auto
würden Sie ja auch nicht 300.000km fahren, ohne die Bremsbeläge oder den
Reifenluftdruck zu kontrollieren.
Im Anhang finden Sie einige erste Ansatzpunkte.
3.5.3. Auswechseln
Jeder macht mal Fehler. Sie genauso wie ich und alle anderen. Dass
in einem Programm Fehler entdeckt werden, ist also nicht automatisch
ein Zeichen für die Inkompetenz des Herstellers.
Wenn eine Software aber immer wieder durch Fehler auffällt oder
der Hersteller sich weigert, die vorhandenen Fehler zu beheben, dann
stimmt etwas nicht.
Vergleichen wir es mal mit dem Handwerk: Stellen Sie sich vor,
Sie bauen ein Haus. Wenn Ihre Handwerker dann an sich zügig und
ordentlich arbeiten, dann werden Sie es ihnen sicherlich nachsehen,
wenn sie mal ein oder zwei kleinere Fehler machen, beispielsweise
beim Arbeiten eine der schon verlegten Fliesen im Bad zerschlagen.
Sowas kann halt mal passieren, dann muss das eben ausgebessert
werden. Wenn die Handwerker aber ständig Fehler machen, z.B. dauernd
Dinge kaputt machen und Wasser- und Stromleitungen anbohren
und/oder sich dann weigern, die Schäden auf eigene Rechnung zu
beseitigen, dann werden Sie sich schon fragen, ob Sie da wirklich
dem Richtigen den Auftrag erteilt haben, oder?
Das gleiche gilt für Software. Wenn ein Produkt ständig durch
Fehler auffällt und der Hersteller sich nicht mal darum bemüht,
sie zu beheben, dann sollten Sie diese Software durch andere
ersetzen. Das gleiche gilt für Programme, die nur dann richtig
arbeiten, wenn Sie mit
Administrator-Rechten betrieben werden.
Im Anhang habe ich meine eigene Beurteilung einiger weit
verbreiteter Browser und E-Mail-Programme aufgeführt.
Software mit schlechter Sicherheitspolitik vermeiden!
3.6. Aber wenn ich doch mal etwas ausführe?
Wenn Sie ein Betriebssystem besitzen, das
Benutzerkonten unterstützt, also z.B. Windows 2000 oder XP, Linux
oder MacOS X, dann sollten Sie sich für die tägliche
Arbeit und das Surfen im Internet ein eigenes, beschränktes
Benutzerkonto anlegen.
Gehen Sie niemals mit
Administratorrechten ins Internet! Wenn Sie einen Schädling manuell
ausführen, dann darf der automatisch all das, was Sie auch dürfen. Und
der Administrator darf alles!
Sie sollten ohnehin nie mit Administrator- bzw. Root-Rechten
arbeiten, sondern sich diese Rechte nur holen, wenn Sie sie wirklich
brauchen. Das ist wie die Sicherung einer Schusswaffe. Die entfernt
man auch nur, wenn man wirklich vorhat zu schießen. Wer immer
mit entsicherter Pistole herum läuft, schießt sich früher oder
später damit in den Fuß.
Wenn Sie also in dem benutzten Account keine Rechte besitzen,
hat der Schädling sie auch nicht. Je weniger
Zugriffsrechte Sie besitzen,
desto kleiner der Schaden, den er anrichten kann. Vielleicht
kann er sogar gar nichts machen, weil ihm für das, was er vorhat,
die Rechte fehlen.
Ein beschränkter Account kann jedoch Infektionen nicht sicher
verhindern, er reduziert lediglich den möglichen Schaden. Und es
ist nicht ausgeschlossen, dass ein mit geringen Rechten gestarteter
Schädling einen Fehler in einem privilegierten
Systemdienst
nutzt, um dessen Rechte zu stehlen.
Ein beschränktes Benutzerkonto kann den möglichen Schaden begrenzen!
Vorsicht allerdings vor dem "Hauptbenutzer" unter Windows. Er
unterscheidet sich kaum vom Administrator und ist daher eine ebenso
schlechte Wahl.
Wenn Ihr System kompromittiert wurde, sollte Sie unbedingt
nach
dieser Anleitung vorgehen. Etwas ausführlicher ist die
Anleitung von
Jürgen P. Meier. Benutzen Sie nicht eines
der von Antivirenherstellern häufig empfohlenen Programme zum Entfernen
des Schädlings, denn die können gar nicht funktionieren.
Machen Sie deshalb auch immer regelmäßige Sicherungen Ihrer wichtigen
Daten! Solche Backups sind nicht nur hilfreich, wenn der Computer kaputt
geht, sondern damit können Sie auch im Falle einer Infektion schnell wieder
zu einem lauffähigen System kommen.
4. Fazit
4.1. Was wissen wir bis jetzt?
Wir wissen nun:
- Schädlinge kommen über alles, was Daten transportieren kann.
- Sie müssen aber ausgeführt werden, um Schaden anzurichten.
- Entweder verleiten sie den Benutzer dazu, sie auszuführen...
- ...oder sie missbrauchen ein fehlerhaftes Programm.
Die Gegenmaßnahmenn dazu sind:
- Wenn man seine Programme regelmäßig wartet, haben sie keine
ausnutzbaren Fehler.
- Wobei Programme, die wegen ständiger Fehler "unwartbar" sind,
durch bessere ersetzt werden sollten.
- Der Benutzer verhindert unbeabsichtigtes Ausführen, indem er
alle Meldungen sorgfältig liest...
- ...und seine Programme und Dienste richtig einstellt...
- ...und keinen fremden Inhalten vertraut!
4.2. Das heißt...
...dass eine Kompromitterung sehr wohl vermeidbar ist!
Zumindest in den meisten Fällen. Absolute Sicherheit kann es nicht
geben, aber die Umsetzung des hier genannten dürfte so gut wie alle aktuellen
Schädlinge wirkungslos abprallen lassen und auch einer ganzen Reihe von
menschlichen Angreifern ("Hacker", eigentlich Cracker) die Chancen
vermasseln.
5. Nachschlag
5.1. Muss ich das wirklich alles machen?
Ja!
Diese Maßnahmen schützen Sie nur dann wirkungsvoll, wenn Sie sie komplett
umsetzen! Was nützt es Ihnen, wenn Ihre Programme richtig eingestellt sind
und vor dem Ausführen eines Schädlings nachfragen würden, wenn sie
gleichzeitig einen Fehler beinhalten, durch den der Schädling die Nachfrage
umgehen kann?
Was hilft es Ihnen, wenn keine Programmfehler mehr im System sind
und Sie dafür selber die Schädlinge ausführen, weil Sie vielleicht die
Meldung nicht richtig gelesen haben?
5.2. Ich habe Besseres zu tun...
...als mich ständig mit richtiger Konfiguration und Wartung meines
Systems zu befassen.
Das ist ein Satz, den man so oder so ähnlich recht häufig hört, wenn
man dieses Thema anspricht. Es ist eine durchaus berechtigte Einstellung,
wenn Sie dazu keine Lust haben. Dann sollten Sie jemand anderes dafür
bezahlen, dass er/sie Ihnen diese Arbeit abnimmt und das System für Sie
ordentlich wartet.
5.3. Das ist mir zu teuer!
Es ist nun mal mit allem im Leben so, dass man es entweder selbst
machen kann (was Zeit kostet) oder jemand anderen dafür bezahlt, es
zu tun (was Geld kostet). Das fängt beim Brot backen an und hört beim
Bauen von Weltraumsonden auf. Warum sollte ausgerechnet die Sicherheit
da eine Ausnahme sein?
5.4. Ich brauche keine Sicherheit, so wichtig sind meine Daten nicht!
Sie haben keine wichtigen Daten auf Ihrem System? Keine Passwörter,
Kontodaten, Kreditkarteninformationen, privaten Briefe, vertrauliche
Geschäfts- und Buchführungsunterlagen? Es stört Sie nicht, wenn Ihr Rechner
stundenlange 0190-Gespräche führt oder eine Strafanzeige ins Haus flattert,
weil mit Ihrem Ebay-Account Betrügereien veranstaltet wurden, für die Ebay
dann auch noch die Einstellgebühren von Ihnen kassieren möchte?
Gut. Kein Problem. Aber was ist mit den anderen? Wenn Sie einen Rechner
mit dem Internet verbinden, dann ist er Teil dieses Netzwerks.
Ein Schädling, der Ihr System befällt, wird jede sich ihm bietende
Gelegenheit nutzen, sich zu vermehren und von Ihrem Rechner zu entweichen.
Auch Ihre Internetverbindung wird dafür herhalten müssen. Damit werden
Sie selbst zu einem Infektionsherd im Netz, von dem aus sich die
Schädlinge weiterverbreiten und anderswo Schaden anrichten können.
Wollen Sie das wirklich?
Im Übrigen kann Sie so etwas auch Ihren Internetzugang kosten, wenn
Ihr Provider meint, nur durch Abklemmen Ihres Systems den Rest des
Netzes schützen zu können. Rechtliche Bedenken von wegen grober
Fahrlässigkeit und Mitstörerhaftung mal außen vor gelassen, dazu
konsultieren Sie lieber einen Anwalt.
Hinzu kommt, dass die Schädlingsautoren häufig auch die von ihren
Schöpfungen übernommenen Rechner fernsteuern können und das zu allerlei
illegalen Dingen benutzen. Beliebt sind beispielsweise verteilte Angriffe
auf andere Rechner im Internet, das Versenden von Massenwerbung (sogenanntem
Spam) und auch der eine oder andere rechtsradikale oder
kinderpornografische Inhalt dürfte darunter sein. Wenn die Strafverfolger der
Sache dann nachgehen, klingeln die natürlich erstmal bei Ihnen (oder treten
gleich die Türe ein). Das kam ja schließlich alles von Ihrem Rechner. Dann sind
alle Ihre Rechner und Datenträger bis zur Klärung der Sache (was durchaus
einige Monate dauern kann) erstmal beschlagnahmt. Und wer einmal in den
Mühlen der Justiz gefangen ist, kommt da nicht so schnell wieder heraus.
Wenn Ihnen die Sicherheit Ihres System wirklich egal ist, dann halten Sie
Ihren Rechner bitte aus öffentlichen Netzen (wie dem Internet) fern und sagen
Sie fairerweise auch allen Freunden und Bekannten, mit denen Sie Daten
austauschen (über Disketten, CDs, DVDs, private Netze usw.), dass Ihr System
möglicherweise verseucht ist und sie deshalb bitte alles mit der
Kneifzange anfassen sollen. Dann ist auch das überhaupt kein Problem.
5.5. Warum sollte man ausgerechnet mich angreifen?
Warum nicht?
Den Virenautoren geht es üblicherweise nicht darum, gezielt Ihren Rechner
unter ihre Kontrolle zu bringen. Vielmehr wollen sie einfach so viele Rechner
wie nur irgend möglich infizieren. Häufig mit dem Hintergedanken, durch den
Schädling die Kontrolle über den Rechner übernehmen zu können.
Die zahlreichen infizierten Rechner der vielen tausend ahnungslosen
Heimanwender werden dann von den Schädlingsautoren zu so genannten "Botnetzen"
zusammengefasst und gemeinsam ferngesteuert. Diese vielen PCs stellen dann
zusammen eine beachtliche Streitmacht dar, die die Befehle ihres Herrn und
Meisters treu ergeben ausführt. Befehle, die üblicherweise anderen schaden
sollen.
Zudem geht es diesen Gruppen auch um handfeste finanzielle Interessen.
Das Vermieten solcher Botnetze an Spammer ist beispielsweise ein lukratives
Geschäft geworden. Die werden Ihren Rechner also nicht in Ruhe lassen, weil
Sie sie für "ein unwichtiges Würstchen" halten. Im Gegenteil, gerade die PCs
von Heimanwendern sind aufgrund des mangelnden Sicherheitsempfinden ihrer
Besitzer häufig leichter zu kapern. Daher übernehmen diese Leute lieber 1.000
Heim-PCs statt einen gut abgesicherten Firmenserver im Internet, obwohl der
allein die gleiche Kapazität hätte. Außerdem: Wenn man auf dem Großrechner
eine Infektion bemerkt, ist es für den Schädlingsautor zuende mit dem Geschäft.
Bemerkt von den 1.000 befallenen PCs ein Anwender die Infektion, dann hat
der Angreifer immer noch 999 andere. Neutral betrachtet ist die Beschränkung auf
Heimanwender also eine sinnvolle Wahl.
5.6. Ich habe aber eine Firewall, ein Antivirenprogramm und einen Dialer-Warner!
Schön. Das hat nur nichts mit diesem Thema zu tun.
Eine "Firewall", ein Dialer-Warner oder eine Antivirensoftware ist
zunächst einmal ein Programm.
Ein Programm kann, wie wir bereits wissen, fehlerhaft sein und als
Angriffspunkt dienen. Wenn Sie mehr Software einsetzen, vergrößern
Sie Ihre Angriffsfläche, statt sie zu verkleinern.
Und das ist keine rein theoretische Überlegung, es gibt tatsächlich
immer wieder
Sicherheitslücken in Personal-Firewalls und sogar bereits einige
Schädlinge, die gezielt bestimmte Personal-Firewalls angreifen.
Zudem leisten Personal-Firewalls und Virenscanner in der Regel nicht,
was sie versprechen. Virenscanner finden prinzipbedingt höchstens schon
bekannte Schädlinge. Gegen neue und unbekannte sind sie praktisch
chancenlos. Eine ausführliche und erschöpfende Darlegung dieses
Themas finden Sie im bereits erwähnten
Linkblock.
Der Gedanke, dass man Sicherheit in Pappschachteln kaufen kann,
ist wirklich verführerisch, ich weiß. Einfach irgendein tolles
Programm installieren, das in einem Hochglanzmagazin
als ultimative Lösung beworben wurde und nie wieder darum kümmern
müssen. Leider funktioniert das nicht. Wirklich nicht. Glauben Sie mir.
Wie Personal-Firewalls, die ohne hinreichenden Sachverstand eingesetzt
werden, den eigenen Rechner "schützen", ist
zum Beispiel hier sehr eindrucksvoll beschrieben.
Wir wissen bereits, dass man nicht vertrauenswürdige Inhalte nicht
ausführen soll. Nun stellen Sie sich die Frage: Wenn Sie dem Inhalt
aber bereits vertrauen können, warum dann noch auf Viren scannen? Oder
umgekehrt: Wenn Sie meinen, etwas auf Viren scannen zu müssen, ist
das bereits ein Indiz dafür, dass Sie ihm eben gerade nicht vertrauen
können und lieber die Finger davon lassen sollten. Denn wenn der Scanner
nichts findet, wissen Sie nur, dass ihm der eventuelle Schädling
unbekannt ist.
5.7. Sind Virenscanner und "Firewalls" also nutzlos?
Das kann man so nicht sagen. Es hängt davon ab, welche Aufgaben sie
erfüllen sollen. Ich selbst setze z.B. auch den freien Virenscanner
ClamAV ein. Allerdings
nur, um Schädlinge aus meiner täglichen Post in einen speziellen Müllordner
zu sortieren, weil es mich nervt, jeden Tag 5-10 dieser Dinger manuell
aussortieren zu müssen. Er ist für mich sozusagen eine Erweiterung meines
Spamfilters, mehr nicht. Ich weiß, dass ich mich nicht auf den Scanner
verlassen darf und dass etwas nicht deswegen ungefährlich ist, weil der
Scanner es durchschlüpfen ließ.
Wer einem Virenscanner aber eine tragende Rolle in einem
Sicherheitskonzept zuweist, sich also auf ihn verlässt und glaubt, er
sei geschützt, der sollte sich mal diese
nette Anekdote
durchlesen.
Auch "Firewalls" (eigentlich sind es Paketfilter, aber das Wort
lässt sich schlechter vermarkten) können demjenigen, der auf seinem Rechner
wirklich Dienste anbieten will und weiß, was er tut, in bestimmten
Fällen hilfreich sein. Sie müssen dann aber auch ordentlich
konfiguriert und gepflegt werden.
Umgekehrt gilt: Wer sich konsequent sicherheitsbewusst verhält -
wie in diesem Dokument beschrieben - und seine Dienste sicher konfiguriert
(siehe Linkblock
und Anhang), der braucht eigentlich nicht unbedingt einen Virenscanner
und auch keine Personal-Firewall.
5.8. Das ist alles zu kompliziert! Sicherheit muss einfach, schnell und bequem sein! Und kostenlos!
"Wasch mich, aber mach mich nicht nass." - Oder wie hatten Sie sich das vorgestellt?
6. Anhang A: Sicherheit in Programmen
6.1. Ist der Internet Explorer sicher?
Der Internet Explorer gehört zur der Sorte von Programmen, die in der
Vergangenheit immer wieder durch sicherheitskritische Fehler
aufgefallen sind.
Selbst auf dem derzeit aktuellsten Stand enthält er noch eine
Reihe von solchen
Schwachstellen, die nicht behoben sind. Einige
davon sind bereits seit Monaten bekannt, Microsoft hat jedoch offenbar kein
Interesse daran, sie zu beseitigen.
Vergleiche mit anderen Produkten und Herstellern zeigen, dass
Microsofts Internet Explorer überproportional häufig mit
Sicherheitslücken vertreten ist und diese im Schnitt auch länger unbehoben
bleiben.
Recherchen in
einschlägigen Sicherheitslisten liefern beispielsweise für Mozilla vier,
für Opera zwei und für den Konqueror einen Treffer. Für den Internet Explorer
alleine dagegen ganze 37, Fehler in von ihm benutzten Systembibliotheken
nicht mitgezählt! (Stand: 31.03.2004)
Diverse Konfigurationsanleitungen (auch die hier verlinkten) beschreiben
die "sichere" Konfiguration des Internet Explorer über dessen
Zonenmodell.
Jedoch hat es in der Vergangenheit immer wieder Fehler im Internet Explorer
gegeben, durch die es einem Schädling möglich war, aus der jeweiligen Zone
auszubrechen. Außerdem gibt es neben den vier sichtbaren noch eine fünfte,
unsichtbare Zone, die man erst richtig einstellen kann, wenn man
einen Registry-Eintrag vornimmt. Und selbst dann wird die gesamte
Zonenkonfiguration bei den lokalen Benutzereinstellungen hinterlegt, kann
also vom Nutzer selbst oder von einem Programm, das dieser ausgeführt hat,
jederzeit wieder geändert werden.
Ich persönlich habe aus diesen Gründen für mich entschieden, dass ich
den Internet Explorer auf keinen Fall einsetzen möchte. Ebenso kann ich
niemandem guten Gewissens dieses Programm empfehlen.
6.2. Was ist mit Outlook Express?
Outlook Express benutzt den Internet Explorer, um E-Mails anzuzeigen.
Viele Fehler des Internet Explorers betreffen deshalb auch Outlook
Express und daher ist auch dieses Programm in meinen Augen nicht
empfehlenswert.
Ich schätze, dass über 90% aller E-Mail-Würmer auf Outlook Express
als Plattform zur Verbreitung setzen.
6.3. Und Outlook (ohne "Express")?
Outlook verwendet ebenso wie Outlook Express den Internet Explorer
zum Anzeigen von HTML in E-Mails. Man kann ihn in aktuellen Versionen
jedoch so konfigurieren, dass er dies nicht macht.
Was bleibt, ist eine Neigung, Dateianhänge falsch anzuzeigen und
(zumindest ohne die Verwendung zusätzlicher Software) Office-Dokumente
als "sicher" einzustufen, obwohl darin Makros enthalten sein können.
6.4. Wie sieht es mit Mozilla, Firefox oder Thunderbird aus?
Die Mozilla-Entwickler korrigieren sicherheitskritische Fehler in
ihren Programmen üblicherweise nur im Zuge von neuen Versionen.
Welche sie genau behoben haben, veröffentlichen sie auf
einer speziellen Seite, doch welche Fehler vielleicht
noch offen sind, sagen sie nicht. Das ist schade, da man nie so recht
weiß, wie viele Löcher in einer bestimmten Version momentan gerade
offen sind. Meiner Ansicht nach ist das überdenkenswert.
Fakt ist jedoch, dass es in der Vergangenheit nur sehr wenige
Schädlinge gab, die Lücken in Mozilla-Programmen effektiv ausgenutzt
haben.
Daher sind sie in meine Augen immer noch eine deutlich bessere
Alternative als z.B. der Internet Explorer und Outlook Express.
Sie sollten jedoch darauf achten, immer die aktuellste Version
einzusetzen.
6.5. Und Opera?
Mit der zeitnahen Veröffentlichung von Schwachstellen tut sich auch dieser
Hersteller offenbar etwas schwer. Durch den grundsätzlichen Verzicht auf die
Verarbeitung aktiver Inhalte bietet der Browser aber eine vergleichsweise
kleine Angriffsfläche. Zudem sind gravierende Fehler relativ selten und daher
hat dieser Browser ebenfalls eine sehr viel bessere Sicherheitsgeschichte
als der Internet Explorer. Ferner steht Opera in dem Ruf, einer der
schnellsten und standardkonformsten aller grafischen Browser zu sein.
Einen fahlen Beigeschmack hinterlässt bei mir
zumindest aber die Tatsache, dass der Quellcode nicht offen liegt und man
sich beispielsweise auf die Erklärungen des Herstellers verlassen muss, was
den Datenschutz (z.B. die Auswertung der Klicks auf die Werbebanner in der
kostenlosen Version) betrifft.
Mittlerweile gibt es die kostenlose Version von Opera auch ohne
Werbebanner, so dass einzig der fehlende Quellcode und die etwas zugeknöpfte
Informationspolitik als Kritikpunkte verbleiben.
6.6. Der Konqueror?
Der Browser und Dateimanager des
KDE-Projekts.
Das KDE-Projekt hat eine
klare Politik bezüglich Fehlern. Man könnte sie zusammenfassen mit:
Es werden nur die Fehler zurückgehalten, die so schwerwiegend sind, dass man
sie sofort beheben muss. Wenn sie behoben sind und die verschiedenen Anbieter
von Binärpaketen ausreichend Zeit hatten, diese zu aktualisieren, dann
werden auch diese Fehler samt den reparierten Paketen veröffentlicht.
Von den hier genannten Produkten meiner Ansicht nach der offensivste
Umgang mit Fehlern, von denen es auch bisher nicht allzu viele gegeben hat.
Mein Browser der Wahl, leider für Windows-Nutzer nicht so ohne Weiteres
verfügbar. Man könnte
KDE unter Cygwin
nutzen, aber die Entwicklung dort hängt immer etwas hinterher, somit brauchen
auch die Patches etwas länger, bis sie verfügbar sind.
6.7. Wie steht es um Apples Safari?
Ein vergleichsweise junger Browser, daher kann man hier keine früheren
Fehler zur Bewertung heranziehen. Er benutzt die gleiche Engine (KHTML) wie
der Konqueror und dürfte daher vermutlich entsprechende Fehler mit diesem
teilen. Mir sind momentan keine Schwachstellen bekannt, die ausschließlich
Safari betreffen.
7. Anhang B: Authentizität von Programmen sicherstellen
7.1. Wie kann ich wissen, dass ein Programm nicht manipuliert ist?
Benutzen Sie Prüfsummen oder digitale Signaturen!
Am besten ist, wenn die betreffende Datei von einem anderen Server
stammt als die zu ihr gehörende Prüfsumme. Dann muss ein Angreifer, der einen
Schädling unbemerkt einschleusen will, nämlich gleich in zwei verschiedene
Rechner einbrechen und sowohl die Datei als auch die Prüfsumme verändern.
Das Thema der Kryptografie und Prüfsummen ist einfach zu komplex,
um es hier zu erläutern, es würde den Rahmen dieses Artikels mehr
als sprengen. Daher einfach ein paar Links mit weiterführenden
Informationen.
Klarstellen möchte ich hier lediglich noch ein weit verbreitetes
Missverständnis: Signaturen sagen nichts darüber aus, ob ein Programm
oder eine Seite sicher ist! Sie sagen lediglich, dass es wirklich von der
Person stammt, von der es zu sein behauptet und auch von niemandem unterwegs
manipuliert wurde.
Ob Sie dem Autor aber vertrauen wollen, müssen Sie nach wie vor selbst
entscheiden. Wenn der Ganove "Ede Tunichgut" Ihnen seinen Personalausweis
zeigt, steht seine Identität auch zweifelsfrei fest. Trotzdem sollten Sie
ihn vielleicht lieber doch nicht an die Schmuckschatulle lassen.
7.1.1. Der GNU Privacy Guard (Verschlüsselungs- und Signierprogramm)
http://www.gnupg.org/
http://www.gnupp.de/start.html
http://www.foebud.org/pgp/html/pgp.html
http://www.gnupg.org/gph/de/manual/
7.1.2. Prüfsummen-Programme für Windows
http://www.md5summer.org/
http://www.etree.org/md5com.html
http://www.blisstonia.com/shareware/WinMD5/
http://www.slavasoft.com/fsum/
7.1.3. Ein Prüfsummenprogramm in Java (plattformunabhängig!)
http://www.jonelo.de/java/jacksum/index_de.html
7.2. Und ohne Prüfsumme oder Signatur?
Wenn der Hersteller des Programms mehrere Rechner hat, auf denen
das Programm liegt, können Sie dies genau wie im obigen Abschnitt
mit Signatur und Programm nutzen. Laden Sie sich das gleiche Programm
von zwei verschiedenen Seiten herunter und erstellen Sie selbst von
beiden Fassungen eine Prüfsumme. Stimmen die Summen überein, ist dies ein
starkes Indiz dafür, dass das Programm nicht verändert wurde.
Schreiben Sie ruhig auch Anbieter an, von denen Sie Programme
herunterladen, dass diese doch Prüfsummen oder Signaturen für
ihre Dateien verwenden mögen. Eine Firma, die sich um die
Sicherheitsbedürfnisse ihrer Kunden ernsthaft kümmert, wird dies sicher
gerne machen.
7.3. Und wenn der Hersteller weder Prüfsummen noch Signaturen oder Mirrors hat und auch keine anbieten will?
Nun, dann sollten Sie den Wunsch dieses Herstellers respektieren und seine
Produkte in Zukunft meiden.
Seine Konkurrenten werden Sie sicherlich willkommen heißen. Vielleicht
lernt er ja auch mit der Zeit etwas daraus, dass ihm nach und nach die
Kunden weglaufen.
8. Anhang C: Weitere Informationen, Anleitungen, Hilfestellungen
8.1. Hinweise
In diesem Abschnitt verweise ich auf andere Seiten im Netz, wo Sie
Hilfestellungen und weiterführende Informationen zu den verschiedenen
Aspekten in diesem Dokument finden.
Die meisten davon finden sich direkt oder indirekt bereits im
Linkblock, aber ich führe sie hier nochmal gesondert auf.
Alle Seiten öffnen sich in einem neuen Fenster.
Ein Tipp: Lassen Sie sich nicht von der scheinbaren Flut an
Informationen abschrecken. Am besten, Sie nehmen sich einen Zettel
und schreiben sich auf, welche Programme in welcher Version Sie
benutzen. Und dann gehen Sie die Liste Schritt für Schritt durch,
suchen sich die nötigen Verweise heraus und stellen ein Programm
nach dem anderen ein.
8.2. Allgemeines
8.2.1. Der "Linkblock" von de.comp.security.*
http://www.ntsvcfg.de/linkblock.html
8.2.2. microsoft.public.de.security.heimanwender FAQ
http://faq.underflow.de/
8.3. Programme sicher konfigurieren
8.3.1. Dienste unter Windows 2000
http://www.computer-security.ch/ids/default.asp?TopicID=165
8.3.2. Dienste unter Windows XP
http://www.computer-security.ch/ids/default.asp?TopicID=164
8.3.3. Dienste unter Windows XP/2000 (GUI)
Volker Birk hat ein Programm geschrieben, dass die Vorschläge aus den beiden
oben genannten Quellen automatisch umsetzt, auf einen Klick quasi.
http://www.dingens.org
8.3.4. Diverse Browser
Unter anderem Microsoft Internet Explorer 5.0 und 6.0, Netscape 4.X, 6.X
und 7.X, Mozilla, Opera 5.X und 7.X:
http://www.heise.de/security/dienste/browsercheck/anpassen/
Man kann dort auch seinen Browser auf verschiedene, bekannte Schwachstellen
überprüfen lassen. Einen Service, den Sie unbedingt nutzen sollten!
http://www.bsi-fuer-buerger.de/browser/02_0701.htm
http://www.bsi.bund.de/fachthem/sinet/aktiveinhalte/index.htm
8.3.5. Microsoft Outlook und Outlook Express
http://www.heise.de/security/dienste/emailcheck/anpassen/outlook
http://oe-faq.de/?56FAQ:3.24
http://www.datenschutz-bremen.de/tipps/verteidigung/angriffe/mail.htm
8.3.6. StarOffice
http://www.wernerroth.de/staroffice/dokus/sicher.html
8.3.7. Weitere?
Wissen Sie, welches Programm hier noch fehlt? Haben Sie vielleicht
schon einen passenden Link dafür zur Hand? Dann nichts wie
her damit!
8.4. Fehlerbeseitigung (Patches, Updates, Upgrades)
8.4.1. Microsoft Windows, Internet Explorer und Outlook Express
http://www.windowsupdate.com/
8.4.2. Microsoft Office
http://www.officeupdate.com/
8.4.3. Mozilla, Firefox, Thunderbird
http://www.mozilla.org/
8.4.4. Opera
http://www.opera.com
8.4.5. MacOS X
http://www.apple.com/macosx/upgrade/softwareupdates.html
8.4.6. SuSE Linux
http://www.suse.de/de/private/support/security/index.html
Ein automatischer Update-Dienst steht in Form des Programms
"YaST Online Update (YOU)" zur Verfügung.
8.4.7. Debian Linux
http://www.debian.de/security/
Updates sind in der Regel einfach und bequem via "apt" beziehbar.
8.4.8. Redhat Linux
http://redhat.com/security/
8.4.9. Mandrake Linux
http://www.mandrakesecure.net/en/
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Mein Dank für die Anregungen und Tipps geht an: Ralf Schroth, Thorsten Dahm.
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